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Bericht eines Corona Erkrankten

Es begann drei Tage nach Rückkehr von einer Dienstreise mit der Bahn nach Berlin. Heftige Rückenschmerzen quälten mich schon beim Aufwachen, die Ursache konnte ich mir nicht erklären. Weiter ging‘s mit unvermittelt einsetzenden stechenden Kopfschmerzen. Arme und Beinen taten mir weh wie nach körperlicher Überanstrengung. Am Abend hatte ich leicht erhöhte Temperatur. Meine Frau meinte, ich solle mich auf Corona testen lassen. Mit zwei Paracetamol und einer beunruhigenden Befürchtung schlief ich ein.Als die Nacht keine Besserung brachte, rief ich meine Hausärztin an. Sie bat mich vorbeizukommen. Keinesfalls solle ich die Praxis betreten, sondern bei Eintreffen eine SMS schicken. Mit Mundschutz und Handschuhen kam sie vor die Tür, machte im Freien einen Abstrich. Das dauerte kaum zehn Sekunden. Ich fuhr nach Hause und legte mich hin. Abends gegen 21 Uhr eröffnete mir die Ärztin am Telefon, mein Test sei positiv ausgefallen. Für die nächsten zwei Wochen solle ich das Haus nicht verlassen. Dasselbe gelte für meine Frau und unsere beiden Kinder (5 und 7). Getestet werden sollten sie selbst nicht: „Die Ansteckung ist höchstwahrscheinlich schon erfolgt. Deshalb schonen wir die Test-Ressourcen.“Die Corona-Infektion war keinesfalls läppischDie ganze Woche über hatte mich die Infektion am Wickel. Das war nicht läppisch, obwohl ich keine chronischen Krankheiten habe, mit 47 Jahren auch nicht zur besonders gefährdeten Generation gehöre. Zu den ersten Symptomen kam an Tag drei trockener Husten, der bis heute anhält. Das Schnupfengefühl ohne Schnief hatte ich nie zuvor.>>Das könnte Sie auch interessieren:Coronavirus in Hamburg! Alle Infos im LivetickerSehr unangenehm war der am dritten Abend einsetzende Druck auf der Brust in Verbindung mit Kurzatmigkeit. Eine Treppe vom Parterre ins Schlafzimmer brachte mich aus der Puste. Die Symptome und die immer neuen schlechten Nachrichten zur weltweiten Krise, waren wohl die Ursache meiner starken inneren Unruhe. Drei Nächte schlief ich schlecht.Corona-Infektion: Auch meine Familie hatte es erwischtTagsüber wechselte ich zwischen Bett und Couch, Couch und Bett. Bis zum fünften Tagen war meine Temperatur meist um 37,5 Grad, abends leicht drüber. Auffällig war mein stark eingeschränkter Geschmack- und Geruchsinn, gepaart mit Appetitlosigkeit.Am fünften Tag mit Symptomen zeigten auch die Kinder Anzeichnen einer Infektion. Beide klagten über Bauchschmerzen, Kopfweh, husteten trocken. Zwischendurch legten sie sich mit käsigen Gesichtern immer wieder hin. Meine Frau war gelblich-blaß gezeichnet von der Infektion, blieb aber auf den Beinen und erholte sich im weiteren Verlauf.